09. Dezember 2019, 01:03:22

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Ich hoffe das alle Funktionen laufen, aber mit Schwund ist zu rechnen, leider :-(... Probiert euch aus und meldet euch bitte per PN bei mir, danke. MfG Frank.


Sünde- Geschichte eines Verräters

Begonnen von Bolsch, 19. März 2015, 23:17:44

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Bolsch

Vorwort: Als Student der Germanistik und, auch wenn jeder der meiner sogenannten "Bemalkünste" angesichtig wurde es bestätigen kann, ich ein sehr miserabrler Maler bin, so bilde ich mir ein, dass mein wahres Werkzeug weniger der Pinsel denn das Wort darstellt. Darum möchte ich unsere Kampagne mit einer kleinen Geschichte begleiten, die meinen Warlord zum Thema haben soll. Einen, wie ich hoffe, gut gezeichneten Antihelden...

Kapitel 1

Weißt du, was deine Sünde ist?

Diese Frage hatte er schon so oft gehört. Ordenspriester Osiris hatte sie ihm so oft gestellt, das sie ihm zum Hals hinaus hing. Was war seine Sünde? Derer gab es ja bekanntermaßen Sieben. Doch was war die Sünde eines Mannes, in dessen Blut das desjenigen schwamm der ohne Sünde war?
War es sein Hang zur Völlrerei?
In allen Ritualen war Blut wichtig und er hatte es gerne und ausgiebig getrunken. Er hatte sogar auf Osic IV keine Gelegenheit ausgelassen das Blut der verderbten tyraniden zu trinken, als Zeichen seiner Überlegenheit und seines Sieges, wie er geglaubt hatte.
War es sein Hochmut?
Er hatte es früher in die Erste Kompanie geschafft als jeder seiner Brüder. Er hatte als Erster die volle Rüstung eines Schlachtbruders getragen, noch heute fühlte er durch das Ceramit die neidischen Blicke der anderen. Er hatte eine Kunstfertigkeit mit der Klinge ereicht, die andere Brüder auch in hundert Jahren nicht erreichten. Und er hatte seine Klinge handgeschmiedet. Soni Sanguinius Gloriam stand noch immer in goldenen Lettern darauf zu lesen- Ehre sei Sanguinius in der Höhe.
Der Hohn alter Tage.
War es Habgier?
Er hatte immer danach gestrebt der beste zu sein, die höchsten Ehren zu erlangen und den größten Ruhm anzuhäufen. Als Kind einer Welt, in der Geld nichts bedeutete und Gold so gewöhnlich wie Eisen war, hatte er sich jedenfalls auf andere Reichtümer versehen. Er hatte einen Reichtum in Ruhm anhäufen wollen, in den Taten, über die Seine Brüder noch heute in den Heldenliedern sangen. Er hatte immer seinen Namen in einem Atemzug mit Kironos, Sedah und Otulp hören wollen. Er hatte immer der Beste sein wollen, auch wenn, wie Osiris gesagt hatte, jeder Diener vor dem imperator gleich war.
Nun, Trägheit und Wollust fielen aus, denn das waren Gefühle die er nicht kannte. Er erinnerte sich noch unscharf daran, dass es da einst ein Mädchen gegeben hatte, deren Schemen im Traum manchmal meinte sehen zu können. Die Sorte Frau, wie sie einen Mann wahrscheinlich unsterbrlich Glücklich machen konnte, wenn er sich nicht gerade zum Ziel gesetzt hatte selbst unsterblich zu sein und dem Glück im Leben eines Nomaden, dem Glück des geehrten Kriegers vorzog. Und Träge? Nun, das war er nie gewesen. Wer auf Endoria träge war, fand den Tod in den eisigen Klippen.
War es der Neid?
In seinen tagen hatte es keinen gegeben, dessen Taten neben seinen höher glänzten. Ja, er war in die erste Kompanie versetzt worden, eine Kompanie voller Helden. aber unter jenen war er nicht der Geringste. Gering war nur, seiner Meinung nach, der Lohn gewesen. Egal was er getan hatte, es war zur Kenntnis genommen worden. Immerhin war er ein Mitglied der Garde gewesen.
War es Zorn?
Oh es gab unvergleichlich viel Wut in ihm, Wut über so vieles. Darüber, das er hier hatte an den Arsch der Galaxis reisen müssen, während seine Wanderkompanie wahre Heldentaten vollbrachte. Wut darüber, dass man ihm Einen RECLUSIUMSSCHÜLER vorgesetzt hatte, der ihn belehrte und jede seiner Entscheidungen erst absegnen musste, selbst wenn er nur furzen wollte! Wut darüber, das er, als Gardist, als kunstfertiger Krieger und als Meister des Nahkampfes einen PFAFFEN vorgesetzt bekam, der nichteinmal ersten Bartwuchs hatte! Der das gelb, des Taktischen Trupps nach nur drei Wochen gegen das schwarz der Reclusiumsrüstung getauscht hatte! Wut darüber das er, nach 300 Jahren treuen Dienstes, nicht für würdig erachtet wurde zu führen, sondern nur zu folgen!

Er hatte genug davon. Die Priester lehrten ihn, seine Wut zu fürchten, aber die Priester hatten Unrecht.

Mit einem Ruck befreite Susano die karmesinrote Klinge aus dem leichnahm vor sich. Rotes Blut floss über die fliesen und benetzte seine weiße Rüstung, sein ungerüstetes Gesicht und das Lächeln, das zwei deutliche Reißzähne offenbarte. Der Kopf rollte in das Dunkel und blieb dort liegen, während der kopflose Rumpf in der schwarzen Rüstung noch ein Mal zuckte und dann zum liegen kam. In das Gesicht war noch immer die Überraschung gezeichnet. Bis zum letzten Moment, hatte sein "Meister" nicht geglaubt, das Susano ihm etwas antun würde. Er hatte sich hinter dem schwarz der Rüstung sicher gefühlt, hatte nicht geglaubt, dass eines seiner "Schäfchen" lernen konnte, das die Wut, vor der sie die Priester warnten, in Wirklichkeit Stärke war. Das sie Kraft bedeutete. Er hatte nur seinen Blick gesehen, er hatte mit ihm in einem Raum sein wollen, dieser Narr! Er hatte geglaubt eine heißblütige Bestie vor sich zu haben, wie viele Brüder, die gefallen waren!

Doch Susano war anders.
Er hatte die Stimme des Primarchen gehört, ja. er hatte gehört, wie dieser die Wut annahm, sie willkommen hieß!
Die Schwäche war nicht die Wut. Der Fluch war nicht die Wut.
Die Schwäche waren jene, die die Großartigkeit der KRaft nicht erkannten, die die Wut barg!
Jetzt erkannte Susano es.

Zorn.

Seine Sünde war Zorn.
We fear not our mortality!
We serve to the best of our ability!
We give our life to our master!
We vow to smite our enemy!

Bolsch

20. März 2015, 17:28:38 #1 Letzte Bearbeitung: 20. März 2015, 23:09:46 von Bolsch
Fortsetzung Kapitel 1

Susano trat aus der Sakristei der Kapelle, die man den Blood Tears zur verfügung gestellt hatte, und fühlte sich absolut frei. Ja, er verstand jetzt so vieles, so vieles, was ihm davor verborgen geblieben war. Der Tod des Akolythen hatte ihm die Augen für die Wahrheit geöffnet, die Wahrheit die in Sanguinius Blut gelauert hatte! Was waren sie doch alle für Narren gewesen! Was bildeten sie sich ein, über die schwarze Wut zu richten, statt sie anzunehmen? Sie gab ihnen Kraft! Sie gab ihnen den Sieg! Hatten sie nicht alle schon unzählige Male gesehen, wie die "gefallenen Brüder" der Todeskompanie in die Schlacht gingen? Wie sie Lautstark das Blut ihrer Feinde forderten und in Sanguinius Namen Leben mit derselben Verächtlichkeit nahmen mit der der Wind eine Kerze ausblies? Sie waren Narren gewesen zu glauben, Ihre Brüder seien unrettbar verloren gewesen! Anstatt die Wut anzunehmen und zu begrüßen, anstatt sich für ihre Wahrheit zu öffnen übergaben sie statt dessen die Überlebenden der schwarzen Axt eines weiteren Pfaffen!

Nicht die Wut war schlecht, sondern die Diener des Imperators! Jene Heuchler unter seinen Brüdern die das Schwarz annahmen, die zuerst ihre Helme mit den Ikonen des Todes versahen bevor sie in einer weiteren Zeremonie der Heuchelei den Helm aufsetzten, den sie fortan nur noch im Reclusium absetzen würden! Nicht die Wut schaffte Verrat, es war der Glaube! Der Glaube über jene zu richten, die ihre grösten Helden waren. Aber Susano wusste nun weshalb gerichtet wurde. Sie hatten Angst vor der Erkenntnis, jener Erkenntnis zu der Susano gekommen war. Die Kraft die in der Wut lag, die Stärke! Der Gardist lachte noch immer während er aus der Gebetskammer kam und einen Blick über seine Brüder warf.

Sie waren zehn gewesen. Das war aber nichts ungewöhnliches, die Wanderkompanie hatte nur sie zehn geschickt da Catain Kironos nur den Pakt der Wächter erfüllen wollte und das Hauptaugenmerk der zweiten Wanderkompanie der Blood Tears sich nach Baal richtete. Commander Dante hatte alle Söhne Sanguinius gerufen um die Welt gegen den Ork zu verteidigen, der durch die Finsternis des leeren Raums auf die Welt zurollte. Das Konklave, die höchste Instanz der Blood Tears hatte beschlossen dem Ruf des Commanders ihres Vaterordens zu folgen und so hatte Commander Rodiak an alle Blood Tears den Ruf weitergeleitet. Susano war bei der zweiten Kompanie gewesen, als Teil jener sanguinischen Garde, welche den Gral der Kompanie hütete. Offiziell gehörte er natürlich zur ersten Kompanie, wie jeder Gardist, aber die Gralswache war eine hohe Ehre die die Garde in jeder der neun Wanderkompanien durchführte. Keinem anderen Krieger konnten diese Relikte anvertraut werden und es hatte Susano mit Stolz erfüllt das Reliquiar des Grals zu bewachen in dem, wie es hieß, das Blut des Primarchen selbst war. Doch dann hatte diese imperatorverlassene Welt ihren Hilferuf entsendet und Captain Kirionos war durch seine Ehre gebunden gewesen. Er hatte verfügt, dass Bruder Seargeant Orkus, der Akolyth, der seinen Namen in alter Tradition mit der gelben Rüstung abgelegt hatte, und Susano der Ehre nachkommen sollten. Susano hatte erwartet, dass er das Kommando über die zehn Marines haben würde, doch es war vom Captain an den Akolythen gegeben worden, den Protegeé des Priesters der zweiten Kompanie. Bruder Reclusiarch Kestix- Susano wettete, dass er seine Finger dort irgendwie mit im Spiel hatte!

Nun aber stellte er sein Lachen ein, denn er konnte sehen, wie seine Brüder ihn ansahen. Wie in jeder Gefechtspause widmeten sie sich dem Erhalt ihrer Kettenschwerter und ihrer Pistolen. Sie polierten ihre Rüstungen oder besserten die Spuren des Kampfes aus. Susano sah in sechzehn rote augen, die den Blood Tears nicht nur ihren Namen gaben, sondern sie auch deutlich von den anderen Nachfolgeorden unterschied. Es war eine Veränderung der Beschaffenheit ihrer Augen die das Blut des Sanguinius bei ihnen hervorrief. Sie waren bodenlos rot. Keine Pupille, keine Iris war zu sehen, es war, als hätte jemand einfach beschlossen ihre Augen durch rote Diamanten zu ersetzen. Die Veränderung war nur rein optisch, jeder von ihnen konnte so gut sehen wie ein normaler Space Marine, doch wussten sie auch ihre Andersartigkeit einzusetzen. Es gab nur wenige, die dem Blick aus den bodenlosen, roten Abgrünen widerstehen konnten. Sergeant Orkus kam auf den sanguinischen Gardisten zu.

Orkus war einer jener altgedienten Veteranen die von der zweiten Kompanie damit beauftragt wurden, die Neophyten des Ordens in der Kunst des Himmels zu unterweisen, die bevorzugte Angriffsvariante der Blood Tears. Wie jeder Orden, der sich auf Sanguinius als Primarchen und Gründervater berief, liebten die Blood Tears es auch das rauschen der Luft unter ihren Schwingen zu fühlen und sich in die Luft zu erheben. Selbst für einen Orden der von den Blood Angels abstammte waren sie geradezu versessen auf das Fliegen. In Ihren Kompanien gab es mehr Sturmtruppen als bei den meisten andere Orden. Die Altehrwürdige Terminatorrüstung legten auch sie nur äußerst Widerwillig an, denn sie mussten für den ultimativen Schutz den die Rüstung bot, das gefühl des Fliegens aufgeben. Orkus hätte schon längst in den Stand eines Veteranen erhoben werden können. Er hätte schon längst das Gelb des gemeinen Truppsergeants gegen das Gold der Expugnatoren oder das Weiß der sanguinischen Garde tauschen können. Doch er hatte sich immer dagegen entschieden. Unter seiner Ägide war einst auch Susano mit dem Zorn eines Engels vom Himmel gestiegen um die Feinde es Sanguinius zu zerschmettern. Orkus nannte sogar den Captain der Kompanie immer wieder "seinen Jungen" als sei er wirklich sein Vater, obwohl das mit sicherheit unmöglich war, denn keiner von ihnen würde jemals Kinder haben. Dennoch hatte Orkus etwas Großväterliches an sich. Er hatte dieselbe engelsgleiche Schönheit wie jeder Sohn des Sanguinius. Einst war sein Haar auch ebenso golden gewesen wie das der meisten Brüder des Ordens, doch die Gensaat ging bei jedem Marine anders auf. Als Susano bei ihm gedient hatte, waren seine goldenen Haare von weiß durchsetzt gewesen, mehr Schnee denn Gold. Nun aber waren sie so weiß wie die Eisklippen ihrer Heimat. Orkus Gesicht hatte einen gütigen Einschlag, obwohl es ebenmäßig und schön war und er rein optisch wie ein junger Mann aussah, gab ihm dies den großväterlichen Eindruck den r auf die anderen Marines machte. Seine rechte Hand steckte in einer Energiefaust auf deren Rücken eine Träne für jeden Feind eingelassen war, den Orkus damit zerschmettert hatte. Der Sergeant liebte es auf dem Schlachtfeld, während seine Schützlinge die Feinde im Nahkampf angingen, dessen Anführer zu stellen und sie persönlich zu bezwingen. Ein einziges mal hatte Susano es gewagt seinem Sergeant zuvorzukommen und hatte dafür eine Standpauke gehalten bekommen die aus einem über zwei Meter großen, übermenschlichen Krieger einen kleinen, verängstigten Schuljungen gemacht hatte. Kaum einer in der Kompanie wagte es, sich mit Orkus anzulegen. Er war einer jener Männer die keine wirklichen Feinde hatten, die Männer die sich auch herausnehmen konnten dem Captain ratschläge zu erteilen oder ihn zusammen zu stauchen. Orkus Alter, Erfahrung und Weisheit wurden von allen geschätzt. Der Reclusiarch hatte ihn ein Mal als "Großvater der Kompanie" bezeichnet. Nun aber war Sorge auf seinem Gesicht zu sehen.

"Geht es dir gut, Junge?" fragte er Susano unverhohlen und wie immer ohne jeden Respekt vor seinem Rang. Orkus war ein Veteranensergeant und stand damit zwar höher als vergleichbare Truppführer aber immer noch unter jedem einzelnen Bruder der ersten Kompanie.
"Es ging mir nie besser, Orkus." sagte Susano und lächelte zufrieden, wobei er jene langen Eckzähne offenbarte die jeder Sohn des Sanguinius hatte. Zähne wie geschaffen um in das weiche Fleisch des Halses zu dringen und das Blut des Feindes zu trinken.
"Wo ist der Akolyth?" fragte Orkus misstrauisch geworden. Susano war nicht unbedingt für Fröhlichkeit bekannt.
Susano lachte wieder und hob jetzt den Arm mit dem Angelus Bolter den er leicht hinter den Flügeln seines Sprungmodules verborgen hatte. In Orkus Augen sah das Gesicht des jungen Akolythen, immer noch im Tod zu einem Ausdruck von überraschung erstarrt "Ich habe vor mir daraus einen Gral zu fertigen. Sag Orkus, du bist doch so gut in Knochenschnitzereien, wie verhindere ich also, dass das Blut durch die Augenhöhlen abläuft?"
Orkus starrte zuerst in die Augen des Toten, dann zu Susano, der mit einem entwaffnenden Lächeln vor Orkus stand als sei es das Normalste den Kopf eines soeben erschlagenen Bruders hoch zu halten.
"Du bist gefallen!" murmelte Orkus entsetzt, und in seinen Augen starb etwas. Susano konnte es genau beobachten. Die großväterliche Liebe in seinen Augen wandelte sich. Das hatte Susano noch nie gesehen. Der Ausdruck, wie aus Orkus väterlicher Art die Verachtung wude, die er für seine Feinde übrig hatte, entsetzte Susano ein wenig, aber zu seinem Amüsement musste er sich eingestehen, dass es ihm nicht so nahe ging, wie er es sich vorgestellt hatte.
"Nein, Bruder." sagte er "Ich bin aufgestiegen!" er breitete die Arme aus, noch immer tropfte das Blut des Erschlagenen von der Klinge "Erkennst du es nicht Orkus? Ich habe es mit der Kraft der Wut getan! Die schwarze Wut ist nicht der dunkle Wahnsinn hinter dem Engelsgleichen Gesicht! Die Schwarze Wut ist unser Verbündeter, unser Freund." Er lächelte "Umarme die Wut Orkus, greif nach ihr und spühre sie. Dann wirst du bemerken, wie wunderbar frei sie macht! Keine Captains! Keine Konklave! Nur Freiheit im Fleisch und Blut!"
Orkus Gesichtsausdruck sagte Susano, dass der alte Veteran nie zu ihm kommen und seine Erkenntnis teilen würde. "Ich kann dich über das Blut deines Bruders an deiner Klinge nicht hören, Junge." sagte Orkus ernst.

Dann ging es schnell.

In dem Moment in dem Orkus Arm mit der Pistole vorschnellte und drei Kugeln in die Richtung von Susanos Gesicht abgab stieg der Gardist auf, sodass die Kugeln auf die massive Brustplatte trafen anstatt in das ungeschützte gesicht. Susano spührte die drei Einschläge mit der Wucht von Keulenhieben die einem geringeren die Luft aus den Lungen gepresst und ihm alle Rippen zertrümmert hätten, doch die Wut machte ihn stark. Sie machte ihn unverwundbar. Susanos Sprungmodul beförderte ihn weit in die Luft und aus der Reichweite von Orkus Pistole, doch der Veteran war auch ein geübter Kämpfer im Luftkampf. Orkus stieg sofort hinterher und die Düsen seines Mark IV Sprungmoduls brüllten feurigen Zorn. Orkus gab einige Schüsse auf den Gardisten ab, der sich abe rechtzeitig in Deckung werfen konnte, sodass die Pistole nur Kindskopfgroße Löcher im Stein der Kapelle hinterließ. Orkus landete unweit von Susano und wischte beinahe Routiniert den wilden Schlag zur Seite, der ihn andernfalls enthauptet hätte. Susano besaß den Reichweitenvorteil im Nahkampf und versuchte seinen Gegner damit auf Distanz zu halten. Wenn Orkus ihn mit der Faust zu greifen bekäme, würde er ihn zerschmettern oder das Leben aus ihm pressen, wie er es schon bei unzähligen Gegnern getan hatte. Susano hatte nicht vor, eine weitere Träne auf der Rückhand des Sergeants zu sein. Er warf Orkus den abgetrennten Kopf des Akolythen entgegen, doch er Sergeant schlug ihn weg wie einen Ball. Die kurze ablenkung reichte Susano aber um noch einen Schritt zwischen sich und seinen Gegner zu bringen. Er hob den Angelusbolter und gab einige Schüsse auf Orkus ab. Der Sergeant hob jedoch die Faust vor das Gesicht, sodass die Schüsse die Rückhand trafen. Ceramit splitterte und der rote Lack auf der Rückhand platzte ab, doch das verlangsamte Orkus nichteinmal. Und es beschädigte auch nicht die Energiefaust.

Orkus drehte sich behände zur Seite und ging auf die Knie um zwei wuchtigen Hieben Susanos, dessen Wut sein Gesicht immer mehr verzerrte, auszuweichen. Mühelos kam der Sergeant wieder auf die Beine und stand nun keine Handbreite vor Susano. Sein Gesicht war geleichmäßig und ruhig, wo Suanos Gesicht eine verzerrte Fratze war. Susano konnte das Knistern der Energiefaust hören. Orkus hob sie beinahe bedächtig und doch viel zu schnell für den Gardisten. Sie bohrte sich in seinen Schulterpanzer des rechten Armes und durchdrang die vielen lagen gehärtetes Ceramit so mühelos wie ein heißer Draht durch Butter fuhr. "Das war schon immer dein Problem, mein Junge." sagte Orkus dabei und in seinen roten Augen mischten sich Abscheuh und Trauer "Du lässt dir keine Zeit!" Susano fühlte die Finger des Handschuhes und wie sie seine Haut durchdrangen und sich in sein Fleisch gruben. Er wusste, dass Orkus ihm einfach den Arm abreißen würde. Mit nur einem Arm, würde er seine Klinge nicht führen können, jedenfalls nicht effektiv genug um einem Gegner von Orkus Können ernsthaft gewachsen zu sein. Voller Wut und Schmerz rief er Sanguinius an ihm die Kraft zu geben seinen Feind zu zerschmettern. Der Primarch hatte ihm die Wahrheit über die Wut gezeigt, wollte er ihn jetzt einfach so sterben lassen?

Hier? Im Hinterland er Galaxis, fernab der Heimat? Durch die Hand eines alten Mannes der zu sehr ein Narr war um zu verstehen, dass das Reclusium sie die ganze Zeit belog und die Hohepriester eine Krankheit zu heilen suchten, die keine Krankheit war? Die Wut musste nicht geheilt, sie musste begrüßt werden, denn sie gab Kraft!

Warum sah der alte Mann das nicht?

WARUM?!

Susano schire. Die Wut brannte wieder in seinen Adern. Er konnte das Rauschen von Flügeln über sich vernehmen und wusste, dass der Primarch ihn nicht vergessen hatte. Orkus war ein alter Narr, dass er es nicht erkannte, aber seine Zeit war vorbei! Susano brachte den Angelusbolter irgendiwe unter die Achsel von Orkus rechtem Arm und drückte ab. Die letzte Kugel schoss aus dem Lauf und traf die schwachstelle in der Rüstung des Sergeant. Sein Blut Spritzte während das Ordenssymbol auf seiner rechten Schulterplatte, die beiden gelben Augen mit der gelben Träne unter dem rechten Auge auf rotem Grund, gesprengt wurde. Die Patrone trat aus. Der eiserne Griff in seinem Fleisch lockerte sich als die Wucht des Einschlages die Finger aus der Schulter Susanos riss und der Sergeant zurücktaumelte. Orkus Gesicht hatte sich verändert. Anstelle des Gleichmuts war jetzt auch Zorn getreten, aber nicht der wahre Zorn, der Zorn, den der Primarch gab. Es war der Zorn eines Betrügers der bei seinen Lügen ertappt wurde. Der Zorn den ein Mann verspühren mochte, wenn die Lawine auf ihn zuraste. Ein trotziger Zorn, aber eigentlich der Zorn eines Toten.

Susanos Klinge fuhr hinab und Orkus vesuchte wieder die Faust zu heben, doch der Arm gehorchte ihm nicht mehr. Und er würde es nie wieder tun, denn Susanos Klinge fuhr durch seine Schulter und schlug den rechten Arm sauber ab. Er brüllte in einer kuriosen Mischung aus Wut und Triumph und hob seine Klinge dann über seinen kopf "WEIßT DU, WAS DEINE SÜNDE IST?!" spieh er Orkus entgegen der die Boltpistole erhoben hatte und abdrückte. Die Kugel pallte gegen Susanos Schulterschutz als dieser seine Stellung änderte um sein Gesicht zu schützen "DEIN VERDAMMTER STOLZ!" und mit diesen Worten spaltete er den Sergeant wie ein Holzscheit in der Mitte durch. Seine beiden Hälften fielen auseinander und das Blut spritzte und besudelte Susanos weiße Rüstung um sie in ein blutiges Rot zu tauchen. Susano brüllte seinen Sieg hinaus und wirbelte zu seinen anderen Brüdern. Sie hatten schweigend dem Kampf zugesehen. Auf der einen Seite war Orkus ihr Lehrer und großväterlicher Freund. Auf der anderen Seite war Susano ein respektierter und geachteter Held des Ordens. Die Sturmmarines hatten nicht gewusst wem sie zur Seite eilen sollten. Jetzt waren sie noch zu siebt und Susano musterte sie alle. Ein jeder von ihnen war ein junger Krieger, der gerade erst frisch von der Scoutkompanie zur Wanderkompanie versetzt worden war. Sie respektierten Susano zu sehr um jetzt aufzubegehren.

Er starrte jeden davon nieder während er sich mühsam beruhigte. "Meine Brüder!" sprach er sie an und seine Stimme überschlug sich vor lauter Zorn in ihm. Susano hieß ihn Willkommen und öffnete sein Herz für ihn. Das war der wahre Zorn des Primarchen, und er war göttlich! Susano wollte nie wieder in seinem Leben etwas anderes spühren. "Man hat euch euer ganzes Leben lang belogen! Die schwarze Wut ist kein Fluch, sondern ein Segen! Orkus, der Akolyth, Kestix und auch der alte Osiris- Sie alle irren sich. Nehmt den Zorn des  Primarchen auf, meine jungen Brüder! Nehmt ihn an und erkennt die Wahrheit über die Wut! Lasst euch nicht mehr die Fesseln des Reclusiums anlegen! Nehmt die Freiheit des Sanguinius an!"
We fear not our mortality!
We serve to the best of our ability!
We give our life to our master!
We vow to smite our enemy!

Bolsch

23. April 2015, 15:09:11 #2 Letzte Bearbeitung: 25. April 2015, 11:02:17 von Bolsch
[WARNUNG: Dieser Beitrag enthält sprachliche Elemente, Darstellungen von Gewalt und Andeutungen anderer Vergehen welche das Empfinden von Sitte und Moral des Lesers angreifen könnte. Daher sei noch ein Mal gesagt, das ebenjene Elemente nur dazu dienen die Welt auszugestalten und weder die moralischen, sittlichen noch allgemeinen Ansichten des Autors widerspiegeln! Schlussendlich sei gesagt das der Inhalt definitiv nichts für Kinder und PErsonen unter 16 Jahren ist.]

Kapitel 2

"Wir wären nicht in dieser Situation, wenn Ira, dieser Irre, sich nicht von diesen nurgleverdammten Eldar hätte hereinlegen lassen." stellte Pneunomios zum wiederholten Male fest als er seinen Kopf über die Mauerreste hob und einen Blick über die Schlachtlinie warf. Naja, zumindest über das, was er als Schlachtlinie wahr nahm. Die Situation der Marines war auf ein Mal richtig schlecht geworden als sich zuerst ihre Wächter nicht mehr gemeldet hatten und sie dann aus heiterem Himmel einem Langstreckenbombardement ausgesetzt wurden. Kastellanraketen, überall in der Galaxis würde Pneunomios dieses Geräusch und diese Einschläge wiedererkennen. Es waren Artilleriegeschosse die die Diener des Leichengottes verwendeten. Sie platzten einige Meter über dem Ziel und ergossen sich als Schwall von Säure oder Splitterbomben über dem Gebiet. Geringere Männer wären unter dem Beschuss zusammengebrochen oder hätten ihn schwer verletzt überstanden, nichteinmal Space Marines konnten hoffen dem Splitterregen zu widerstehen. Doch Pneunomius und seine Truppe waren keine normalen Marines. Großväterchen Nurgle hielt die Hand über sie, schenkte ihnen unendlichen Widerstand und seine prickelnde, nekrotische Berührung. Sie waren seine ergebenen Diener die mit Freuden die Geschenke der Pestillenz nahmen und in die Welt trugen. Meistens reichte ihre Anwesenheit ja auch aus um die Geschenke ihres Patrons zu verteilen und er hatte sich schon auf eine Ruhige Wachschicht gefreut, bis die Runen angeschlagen und er Eotgulfs unsägliche Stimmen in seinem Kopf gehört hatte, dass sich die Loyalisten nähern und das große Spiel wieder beginnen würde. Pneunomios hasste den Hexer aus tiefstem Herzen, aber er kam nicht umhin die Effektivität seiner Abschirmungsmaßnahmen zu loben, immerhin hätten sie die Marines der Raven Guard ansonsten eiskalt erwischt. Wie sie überhaupt den Whirlwind-Raketenpanzer so nahe gebracht hatten das er einen relativ präzisen Beschuss auf sie durchführen konnte würde wohl ihr Geheimnis bleiben.

Tatsache war das sie das alles lange geplant hatten und sie anscheinend auch beobachtet hatten, denn Pneunomios hatte bereits das charakteristische Donnern der Scharfschützengewehre hören können, das einen seiner Leute verletzt hatte. Der Überraschungsangriff der Raven Guard hätte sicherlich das Aus für ihren kleinen Vorposten bedeutet, wenn nicht Eotgulf nach ihrer Ankunft mit dem Blut der gefangenen Sororitas das Ritual der Schändung durchgeführt hätte um Wachrunen zu erschaffen die den Hexer vorwarnten. So hatten die Havocs wenigstens noch einigermaßen Schutz in den Ruinen gefunden, augenblicke bevor die Scharfschützen und der Whirwind mit seinen Kastellanraketen das Feuer eröffnet hatten. Pneunomios wischte sich seine triefende Nase mit dem grünlich-verschmiertem Plattenhandschuh ab als er wieder den Kopf einzog. Es war ein riskantes Unterfangen bei Scharfschützen überhaupt den Kopf aus der Deckung zu heben, doch Pneunomios vertraute auf den Schutz Nurgles. "Wo bleibt eigentlich Gula, dieser abscheuliche Hurensohn?" fragte er einen seiner Männer der nur die Schultern zuckte.

Das waren eben Pneunomios Eigenarten. Der Marine war äußerst faul und anders als viele andere Marines kämpfte er nicht gerne. Er begnügte sich damit, die Seuchen ihres göttlichen Patrons zu verbreiten und ansonsten ruhige Wachschichten zu haben, aber das hieß nicht, das er gänzlich unbegabt war. Hinter seiner fauligen Fassade war er ein guter Schütze und probater Kämpfer, sonst würden ihm seine Leute ja schließlich nicht folgen. Niemand im zweigesichtigen Kult verstand es besser Beschuss zu koordinieren und Langreichweitengefechte auszutragen. Er liebte es die Geschenke Nurgles in Form der ekelerregenden Geschosse in den Maschinenkanonen des Trupps zu überbringen. Nichts war schöner, als von Nurgle berührt und beschenkt zu werden.

Und beschenkt wurde er!

Pneunomios war das, was geistig gesunde Menschen, zu denen er nicht gehörte, als ein Monster bezeichnen würden: Weit über zwei Meter groß war seine Haut nekrotisch und sein Körper aufgedunsen. Pusteln bedeckten ihn überall und sein fleisch war widerwärtig schwammig und nass von Eiter und Sekreten. Sein kahlrasieter Schädel war deformiert, was zum Teil an den vielen stetig neu sprießenden und aufplatzenden Eiterbeulen lag die seine Haare mittlerweile ersetzt hatten und zum anderen Teil daran, das ihm ein Sybiarch der Tyraniden vor einigen Jahrzehnten den halben Kopf weg gerissen hatte, als er ihn mit seiner Klaue schlug. Das Fleisch war unter Nurgles Kuss zusammengewachsen und der Schädel darunter hatte sich neu gebidlet, aber nicht im herkömmlichen, oder geistig gesunden Sinne: Es war eine gallertartige Masse die mit frei liegenden Knochensplittern durchsetzt war, wie ein Wackelpudding mit Fruchtstücken darin. Die drei langen Narben, die der Sybiarch hinterlassen hatte, gingen in der allgemeinen Widerwärtigkeit seiner linken Gesichtshälfte unter. Der Beginn der Narben konnte aber an seinem Nasenrücken rekonstruiert werden. Seine giftig-grünen Augen lagen tief in den Höhlen und leuchteten in fiebrigem Glanz. Zusammen mit den braunen Stummeln in seinem Mund zeichnete sich das Bild eines unheilbar Kranken, jedenfalls für die kleinen Geister jener, die nie die sanfte Streicheleinheit Väterchen Nurgles erfahren hatten.

Pneunomios versuchte wieder sein Komm in Gang zu bringen. Das Gerät war von Rost deformiert und bei jedem Tastendruck spieh es Eiter aus, doch es war so gut wie neu. Wie alles an ihm, war es auch von der alles verändernden Berührung seines göttlichen Patrons gesegnet worden. Er versuchte den nächsten Wachposten, Gula, anzufunken. "Diese verdammten Rabenficker stören unsere Kommunikation!" beschwerte er sich weiterhin, während aus dem Komm nur gequältes Blubbern klang und eine Masse, erbrochenem nicht unähnlich, sich über seine Hände ergoss "Ich frage mich, ob Eotgulf ihn auch gewarnt hat."
"Ich frage mich, ob Eotgulf überhaupt in seinen Kopf blicken will!" sagte einer seiner Männer und stützte dabei seine Maschinenkanone auf um einige Schüsse in die Dunkelheit zu feuern. Die Kanone spieh nur unter größten Protesten ihre eitrigen Schleimbälle in die Dunkelheit der Nacht, was wie das Husten eines Sterbenden klang, der gerade seine Lunge auswarf. Pneunomios genoss das Geräusch. Er fummelte an seinem Komm herum.
"Wahrscheinlich denkt Gula sowieso wieder nur an Sex, oder an Essen. Oder an Sex mit seinem Essen. Ich würde mich sehr freuen, wenn es das letzte Mal wäre, aber ich glaube wir beide wissen, dass dies nicht der Fall ist Inkont." er seufzte "Habe ich nur das Gefühl oder wird er immer entarteter?"

Bevor Inkont antworten konnte schlugen hinter ihnen plötzlich Boltpatronen ein. Hinter ihnen!

Jemand hatte ihre Deckung umlaufen und als Pneunomios seinen Blick hob sah er in sechs Augenpaare die er im Dunkeln schemenhaft ausmachen konnte.
Wie zur Hölle hatten sie sie umschleichen können?
Oh, wie Pneunomios diese Rabenficker hasste! Er sah wie zwei Flammenwerfer in Stellung gebracht wurden um die Havocs auszubrennen und spührte bereits die ersten Einschläge von Boltgeschossen auf seiner Rüstung. Hastig versuchten seine Kameraden ihre Maschinenkanonen in Stellung zu bringen, doch der Überraschungsmoment war auf der Seite der Raven Guard. Pneunomios hob noch den Kombibolter um zumindest nicht wehrlos zu sterben, sah aber wie sich bereits ein zweiter Sturmtrupp ihrer Position näherte. Durch gelbe Rüstungen bereits im Dunkeln auffällig führte ein weiß-gerüsteter Krieger sie an der noch ein altes Mark I Sprungmodul trug: Einstrahlig mit zwei Flügeln um Kurskorrekturen vorzunehmen. Pneunomios ahnte das Großväterchen Nurgle beschlossen hatte dass er es nicht mehr wert war seine Geschenke zu tragen, als die gelb gerüsteten Marines auf halbem Wege plötzlich ihre Sprungmodule abschalteten und mit donnernden Krachen in den Reihen der Raven Guard landeten.
We fear not our mortality!
We serve to the best of our ability!
We give our life to our master!
We vow to smite our enemy!

Bolsch

23. April 2015, 15:09:59 #3 Letzte Bearbeitung: 27. April 2015, 21:59:35 von Bolsch
FORTSETZUNG

Susano lachte während er fühlte, wie die schaumige, heiße Wut des Primarchen seine Adern mit dem brennenden Verlangen nach Blut füllte. Der Gardist hatte mit den Seinen die kleine Kapelle verlassen, die ihnen als Stützpunkt gedient hatte. Eigentlich hatte der Schatten-Captain der Raven Guard ja geplant, dass sie sich am Angriff auf die Stellungen der Verräter beteiligen sollten. Doch Susano hatte andere Pläne. Er verachtete die Raven Guard schon seit langem, wie viele Marines seines Ordens. Sie suchten nicht den ehrlichen und direkten Kampf. Sie schlichen in den Schatten wie Feiglinge und waren sich nicht zu Schade die Leben ihrer eigenen Verbündeten zu opfern. Es war nichts gegen einen guten Überraschungsangriff einzuwenden, aber ihre Methoden ließen auch die eigenen Verbündeten gegen Wälle von Gegnern anrennen, wobei sie oftmals heftige Verluste hinnahmen, während die Raven Guard sich einschlich und die Sache beendete- Nur um danach den Ruhm einzuheimsen! Oh, diese Feiglinge wussten nicht was es bedeutete zu kämpfen, doch Susano würde sie es lehren! Brüllend ging er zwischen zwei schwarzgerüsteten Kriegern nieder. Nein, diese Feiglinge würden den Zorn des Primarchen nie verstehen, niemals Begreifen was wahre Freiheit war! Sie verdienten den Tod, ebenso wie Orkus oder der Akolyth. Ein Mal hatte er den Fehler gemacht zu reden und dabei war seine Rüstung beschädigt und er selbst verwundet worden. Susano hatte seine Lehre gezogen und nun würde er die Raven Guard etwas lehren.

Er rief lauthals Sanguinius an, als er einem der Männer mit solcher Gewalt den Kopf abschlug, dass dieser unten vor den Füßen der grünlich gerüsteten zu liegen kam. Der Gardist brüllte lauthals als er sich durch die Reihen der Raven Guard warf die sich gerade überrascht umwandte als Kettenschwerter kreischend zum Leben erwachten und Susanos Brüder, die den Zorn des Primarchen angenommen hatten, nach ihrem Blut verlangten. Susano jedoch wandte sich selbst dem Sergeant des Trupps zu, einen Veteranen der eine summende Energieaxt in seinen Händen hielt. Er kannte den Mann, hatte er doch mit Sergeant Noct vor einigen Jahren zu tun gehabt. Damals hatten sie schon gemeinsam einen verheerenden Sturmangriff auf die Stellungen von Orks geführt, doch dabei hatte Susano einige gute Männer verloren, als Noct und die Seinen plötzlich mitten im Gefecht verschwunden waren und die Tears sich von Orks eingekreist wiedergefunden hatten. Oh, der Primarch flüsterte, nun war die Zeit zur Rache gekommen. Susano schrie seinen Namen als er sich rücksichtslos auf Noct warf und ihn mit den Hieben seiner roten klinge endeckte. Noct hob seine Axt und begegnete den Hieben direkt, zu sehr Veteran um sich so leicht überrumpeln zu lassen. Der Sergeant der Raven Guard trug neben der Axt auch einen leichten Parierschild, den er geübt einsetzte um Susanos zweitem Hieb zu begegnen. Sein ungerüstetes gesicht zeigte keine Regung oder Überraschung, wohl aber einen gewissen Zorn. Doch wo Susanos Zorn ein brodelnder Sturm war, war der Nocts eine laue Sommerbrise.

"WEIßT DU, WAS DEINE SÜNDE IST?!" brüllte Susano ihm entgegen während er weiter auf ihn eindrang. Hinter sich hörte er das Heulen seiner Männer zusammen mit den herausforderungen der Raven Guard. Es war diese herrliche Symphonie des Schlachtfeldes welche den Nahkampf begleitete.
Noct benutzte seine Axt um sie geschickt mit Susanos Klinge zu verhaken und den Blood Tear an sich heran zu ziehen "Du redest zu viel." sagte er und schmetterte ihm mit der freien Hand das Schild ins Gesicht. Nicht nur das Ceramit des Gegenstandes traf mit markerschütterndem Krachen auf Susanos Gesicht, gleichzeitig aktivierte Noct auch das Energiefeld, sodass Susanos Haare sich knisternd aufstellten und der Schock ihn zurückwarf. Einen geringeren Mann, selbst einen Space Marine, hätte dies ohnmächtig werden lassen. Doch Susano war kein gerninger Mann. Sanguinius hatte ihn bis unter die Haare mit dem reinen, goldenen Zorn des Engels aufgefüllt. Er knurrte nur und hielt nichteinmal in seiner Bewegung inne, sondern nutzte den Schock aus. Als Noct Axt nun herabfuhr um ihm den Kopf zu spalten, nahm Susano den Schwung seiner Rückwärtsbewegung auf, drehte sich kunstvoll aus dem Schlag heraus, sodass die Axt neben ihm in den Boden fuhr und stach mit seinem Schwert direkt in Nocts Unterleib. Der Sergeant schrie, als sich die Waffe in ihn bohrte und sein Rückgrat durchtrennte und Susano sie so tief in ihn rammte, dass sie aus dem Sprungmodul am Rücken bereits wieder austrat. Blut ergoss sich über Susanos Hände und auf seine weiße Rüstung, als sich die Klinge durch das Rückgrat seines Gegners fraß und sowohl Axt als auch Parierschild den kraftlosen Fingern Sergeant Nocts entfielen. Sie waren sich jetzt so nahe, dass Susano den hektischen Atem des Sterbenden im Gesicht spühren konnte.
"Neid." flüsterte er ihm zu. Der Sergeant spuckte ihm aus Trotz ins Gesicht und sein blutiger Speichel traf unter Susanos rechtes Auge. Wütend schnellte dessen Kopf nach vorne und grub die Zähne tief in den Hals Nocts. Susano fühlte wie das Blut sich schäumend und süß in seinen Mund ergoss und begann gierig zu trinken, während hinter ihm der Kampf zum erliegen kam. Vollkommen überrascht hatte die Raven Guard zwar ihr bestes getan um sich zu wehren, doch in den ersten Sekunden hatten die Tears bereits drei Brüder überwältigt und obwohl einer der Ihren tot auf dem Boden lag und einige verwundet worden waren, hatten sie ihre Feinde in einem heftigen Gefecht überwunden. Susano ließ Nocts Leiche zu Boden fallen und überprüfte den Zustand seiner nunmehr sechs Mann. Er nahm nickend zur Kenntnis, das keiner von ihnen schwer verletzt war, und stieg dann mit seinem brüllenden Mark I zu den grünlichen Marines hinunter.

Maschinenkanonen richteten sich auf ihn als die Abscheulichkeit vortrat die offensichtlich der Anführer dieser Männer war. Sein widerwärtiger Geruch drehte Susano den Magen um als er ihm entgegen kam. Über sich hörte er seine Brüder ihre Boltpistolen und Flammenwerfer bereit machen. Die Stimmung war gereizt. "Was verschafft uns die bescheidene Ehre?" fragte die Abscheulichkeit vor ihm. Sein deformiertes Gesicht trug einen belustigten Ausdruck zutage "Wir sollten hier nicht so rumstehen. Die haben Scharfschützen." merkte er hinzu an.
"Nicht mehr." sagte Susano ruhig, naja, so ruhig es eben ging wenn man von Sanguinius heiliger Berührung mit schwarzer Wut angefüllt war "Ich nahm mir die Freiheit die Positionen ihrer Angriffswelle via Funk mitzuteilen. Ich habe ein Rhino in die Richtung fahren sehen und kann nur vermuten, dass sich bereits um das Problem gekümmert wird. Seht es als einen Beweis meiner Freundschaft."
Der andere hielt inne und schien ihn forschend anzusehen "Freundschaft?" er lachte plötzlich, wobei mehrere der Eiterbeulen aufplatzten die seinen Kopf zierten und deren Inhalt nicht unbedingt zum allgemeinen Wohlgeruch dieser Person beitrug "Ein Diener des Leichengottes befreundet mit MIR?" er lachte wieder. Es klang wie ein Ertrinkender.
"Ich diene nicht dem Imperator, sondern Sanguinius." sagte Susano überzeugt "Sein wahrer Zorn hat mich erkennen lassen, das wir keine Pfaffen brauchen. Wir sind frei." aus irgendeinem Grund steigerte sich das Lachen seines Gegenübers beinahe in Hysterie. Das ärgerte Susano und seine Miene verdüsterte sich.
"Was auch immer du sagst, es wird schon stimmen!" sagte die Abscheulichkeit wieder und wischte sich eine Lachträne, gemischt mit einer ekelerregenden Flüssigkeit, vom deformierten, linken Teil seines Gesichtes weg. "Also, Diener des Sanguinius, warum sollten wir Freunde sein?"
"Weil ich einen Weg von diesem Planeten zurück zu meinem Orden finden muss." sagte Susano ernst und kontne sehen, dass sein Gegenüber wirklich jedes Quäntchen Selbstbeherrschung brauchte um nicht wieder in schallendes Gelächter auszubrechen "Sie müssen die Wahrheit erfahren, die Wahre Wut des Sanguinius kosten. Wie der Rest der Söhne Sanguinius."
"Also bist du ein Prophet?" fragte die Abscheulichkeit Mühsam um seine Selbstbeherrschung ringend "Das trifft sich gut, ich kenne da nämlich auch einen Propheten... Nur... Wir sollten zuerst diese Sache hinter uns bringen."

Kaum hatte die Abscheulichkeit ausgesprochen als einer seiner Männer einen Warnruf abgab. Mit einem mehrfarbigen Fluch auf den Lippen wandte sich der Abscheuliche um und sah, ebenso wie Susano, das sich ihnen ein Transporter genähert hatte. Obwohl es ein schweres Fahrzeug war, gab es kaum einen Laut von sich als es durch die Ruinen des Kriegsgebietes fuhr und Kurs auf ihre Stellung nahm. Der Abscheuliche brüllte einige Befehle und sofort spuckten die Maschinenkanonen des Trupps ihre eitrigen Geschosse in den Rumpf des Transporters. Unter dem Stetigen Kugelhagel deformierte sich die Panzerung und obwohl die Munition ähnlichkeit mit dem Auswurf eines Lungenkranken hatte, war sie beim Aufprall kein bisschen Elastisch, ganz so wie eine feste Kugel. Unter einigen Treffern deformierte sich die Panzerung so weit, das die Panzerplatten aufbogen und der letzte Schuss die Treibstoffreserven in Brand steckte. Susano sah, wie sich die Marines, die das Fahrzeug verließen hastig durch die Ruinen zurück zogen, da sie im Schein ihres brennenden Transporters nur allzusichtbar waren. Die Truppe des Abscheulichen schickte ihnen noch einige wütende Salven hinterher, gab sich dann aber damit zufrieden als sie das Rumpeln eines weiteren Transporters hörten. Dieses Mal war es kein gedämpfter Motor, sondern ein dissonantes Heulen, das sehr viel Ähnlichkeit mit dem Geräusch hatte, das Fingernägel auf einer Tafel erzeugten. Um die Ecke fuhr ein violett-schwarzes Rhino, das voller Runen war die in Susanos Augen Tränen erzeugten. Die Abscheulichkeit machte keine Anstalten das Feuer zu eröffnen, sondern murmelte nur ein "Oh, Gula gibt sich auch endlich die Ehre!"

Der Transporter kam zum Stehen und es entstieg ein schwarz gerüsteter Marine dessen Körper unglaublich Fett war. Susano hatte in seinem ganzen Leben noch keinen Space Marine gesehen, der nicht muskulös und durchtrainiert war, gerade weil die Gensaat den Aufbau von Muskelmasse beschleunigte und die Verdauung von Space Marines derartig effizient arbeitete, das sie gar keine Fettreserven großartig anlagern konnten. Dementsprechend fassungslos war er, als dieser Mann die, bereits verbreiterte, Ladeluke zum Rhino betrat um auszusteigen. Normalerweise konnten zwei Marines ohne Probleme nebeneinander aus dieser Luke steigen, doch Gula, Susano nahm an es handele sich bei dem Mann um ebenjenen, musste sich da schon mühsam hinausquetschen. Er war enorm und offensichtlich war seine Rüstung mitgewachsen, denn Susano konnte sich eifnach nicht vorstellen wie viele Rüstungen man zu einer verschmelzen musste, damit sie den fülligen Körper Gulas bedeckte. Trotz allem war das Gesicht des Mannes perfekt, wenn man von den großen, leicht insektoid anmutenden, Augen ein Mal absah und sein schwarzes Haar floss um seine massigen Schultern. Er trug in seiner rechten Hand einen massiven Streitkolben, dessen Kopf zwei korpulierende Frauen darstellte und an dem einige Fleischfetzen baumelten die offensichtlich für den späteren Verzehr gedacht waren. In seiner Linken hand hielt er ein Bein, bei dessen Größe und Form Susano davon ausging, es handle sich um das Bein eines Space Marines. Mit goldenen Zähnen biss Gula hinein und zog einen Fetzen blutigen Fleisches ab den er genussvoll kaute während er sich auf die kleine Gruppe zubewegte. Die Gestalten hinter ihm waren das genaue Gegenteil von Gula: Schlank, hochgewachsen und durchtrainiert war jeder ein Musterbeispiel an Schönheit, abgesehen davon, dass sie auch mutiert waren. Die Konturen des Mannes der den Plasmawerfer trug ließen eher darauf schließen das dies eine Frau war, wenn das Gesicht nicht schon bärtig und markant -merklich männlich- gewesen wäre.

"Ist das unser neuer Freund?" fragte Gula mit einer sanften, beinahe melodischen Stimme die so gar nicht zu seiner gewaltigen Statur passen wollte. Susano betrachtete ihn wie etwas besonders Widerliches.
"Ja. er ist ein Prophet..." gluckste der andere und wischte sich die laufende Nase mit seinem schmutzigen Plattenhandschuh ab "Hast du dich um die Scharfschützen gekümmert?"
"Ich mag Scouts." antwortete Gula und biss wieder herzhaft in das Bein das er mit sich herum trug "Sie sind noch so jung und frisch, ihr Fleisch so saftig! Ganz anders als das der alten Bastarde die sie für gewöhnlich anführen." er lächelte "Und Luxon konnte auch seinen Spaß mit ihnen haben!" er deutete auf den Mann/die Frau mit dem Plasmawerfer.
"Du widerst mich an." sagte Susano direkt in sein Gesicht.
"Ach Slaaneshchen, sei Mal nciht so Empfindlich mein Schatz! Du wärest überrascht, was du alles so mit deinem... Schwert" Gula sah eindeutig in Susanos Schritt "Anstellen könntest!"
"Und du wärest überrascht, was ich mit meinem Schwert wirklich so anstellen kann!" grummelte Susano und wollte schon seine Klinge heben als sich die Abscheulichkeit räusperte und dabei seinen Handschuh in eine infektiöse Mischung aus Eiter und Rotz hüllte.
"Wir wollten doch Freunde sein, schon vergessen?" fragte er lässig "Ich glaube es würde mehr bringen, wenn du mit Eotgulf redest anstatt dein Schwert an Gula zu wetzen."
"Oh, ich habe nichts dagegen wenn er sein Schwert an mir wetzt!" sagte Gula eindeutig zweideutig und lachte leise. Susano hätte sich auf ihn gestürtzt, als heißer Zorn wieder seine Adern füllte, doch die Abscheulichkeit trat entschieden zwischen sie.
"Ich bringe ihn zu Eotgulf. Gula, du schiebst hier weiter Wache."
"Und wer hat dich zum Anführer gemacht, Pneunomios?" fragte der fette Marine geradeheraus.
"Du kannst ihn auch selbst zu Eotgulf bringen, aber dann verpasst du das Festmahl was er oben für dich hinterlassen hat." gab die Abscheulichkeit, offensichtlich Pneunomios, zurück. Es arbeitete in Gulas fettem Gesicht, doch dann nickte er. Pneunomios wandte sich wieder an Susano "Also, wir gehen. Pack deine Männer und folge mir."
We fear not our mortality!
We serve to the best of our ability!
We give our life to our master!
We vow to smite our enemy!

Bolsch

23. April 2015, 15:10:24 #4 Letzte Bearbeitung: 27. April 2015, 22:17:05 von Bolsch
FORTSETZUNG



Susano ergab sich seufzend seinem Schicksal, nahm sich aber vor sich Gulas Gesicht zu merken. Wenn er erst ein Mal die Wahrheit des Zorns an seine Brüder gebracht hatte, würde er diesen Gula suchen und ihn sein Schwert gerne spühren lassen, wenn auch anders als dieser widerliche Fettsack es sich vorstellte. Einstweilen aber folgte er mit seinen Männern diesem Pneunomios. In einem leerstehenden Lagerhaus betraten sie einen Gang der nach unten führte und damit auch die Eingeweide eines weitläufigen Tunnelsystems. "Die Raven Guard spioniert bereits eure Tunnel und Zugänge aus." sagte Susano um das widerwärtige Geräusch des Atmens der fünf Grüngerüsteten zu übertönen, das so klang, als gurgele man mit Eiter. Und ungefähr genau so roch.
"Das wissen wir." sagte Pneunomios ruhig und zuckte die Schultern "Eotgulf hat aber die Tunneleingänge mit Runen versehen. Wir warten eigentlich nur darauf, das es sich lohnt die Tunnel zum Eisnturz zu bringen und die Rabenficker darin einzusperren. Dann können wir sie uns Trupp für Trupp vornehmen."
"Und du hast keine Bedenken mir das zu erzählen?" fragte Susano überrascht "Was wenn ich es der Raven Guard berichte?"
"Nachdem du einen Trupp von ihnen hast schlachten lassen? Das Imperium ist nicht besonders versöhnlich, wie du sicher weißt."
"Das Imperium ist nur fehlgeleitet weil die wahren Worte der Primarchen unter einer falschen Religion begraben sind." sagte Susano überzeugt "Die Pfaffen kontrollieren es, wo es doch die Stärksten sein sollten. Jene, die auch ihr Blut für es vergießen."
Der Abscheuliche warf ihm einen langen Seitenblick zu, zuckte dann aber die Schultern "Vieles läuft falsch im Imperium." sagte er trocken und diplomatisch "Das mit dem falschem Glauben können wir ruhig so stehen lassen."

Sie brachten den Rest des Weges nur noch hinter sich ohne weiter über das Thema zu sprechen. Susano wusste genau, mit was er sich hier einließ, und es ekelte ihn an, aber wie sagte man noch? In der Not fraß der Wyrm auch Saren. Er brauchte ein Schiff. Er musste seine Brüder erreichen um ihnen die Wahreit zu erzählen und sie anzuleiten. Sie wussten nicht, das sie belogen wurden. Susano war sich sicher, dass sie die Wahrheit erkennen würden. Immerhin war er ein Mitglied der Gralswache und weder verrückt, noch verderbt. Er musste nur hier weg kommen. Sobald er ersteinmal auf Baal war, würde er sicher zu den Ehren gelangen die er verdiente und die ihm so lange vorenthalten waren. Einstweilen würde er sich damit begnügen gute Miene zum bösen Spiel zu machen, während sie sich durch die Tunnel bewegten. Dieser Pneunomios wirkte so, als würde er beim nächsten Schritt gleich umkippen, schnaufte unablässig und hielt dennoch das Tempo aufrecht mit dem sie durch diese Höhlen schritten die so aussahen, als habe sie ein gewaltiges Wesen ins Erdreich gefressen. Die Höhlen wurden immer verschachtelter und schnell unübersichtlich, aber als Space Marine verfügte Susano über Sinne und Ausbildung die ihm halfen seine Orientierung aufrecht zu erhalten.

Er war jedenfalls sehr sicher, dass sie sich im Notfall den Weg würden freikämpfen können.

Nach einer guten Stunde zügigen Marsches erreichten sie eine große Kaverne in deren Mitte ein Mann in blauer Rüstung von ihnen abgewandt auf einem Stein saß. Auf diesen war ein großer, achtstrahliger Stern eingezeichnet an dessen Enden sich Runen befanden. Wo die Strahlen nach Norden, Süden, Osten und Westen deuteten, waren große Runen eingelassen die Susano irgendwoher zu kennen glaubte, vor allem die Rune die den Norden zeigte hatte er in seinen dreihundert Jahren oftmals gesehen. Sie wirkte vertraut und ließ den Zorn in ihm anschwellen, doch er kannte ihre Bedeutung nicht. Der Hexer hatte sich der westlichen Rune zugewandt und die Rune, die auf Susanos in Pneunomios Position deutete trug drei Kreise die wie eine kleine Pyramide angeordnet und unterschiedlich groß waren. Die anderen Runen schmerzten in den Augen, also wandte er seinen Blick wieder der Gestalt zu, die in der Mitte saß. An den Enden des großen Sterns war jeweils eine Kerze angebracht deren Geruch Susano an brennendes Menschenfleisch erinnerte wie er es schon gerochen hatte wann immer ein Flammenwerfer gegen Rebellen oder Ketzer gerichtet worden war. Um den Stein knieten Menschen, offensichtlich in blasphemische Gebete vertieft oder nur sinnloses Gebrabbel von sich gebend. Pneunomios schritt durch die Menge und kümmerte sich nicht darum wenn er mit seinem immensen Gewicht auf einen der am Boden knienden Trat und ihn mühelos unter sich zerquetschte oder ihm Knochen brach. Kurz zögerte Susano, ging dann aber hinterher und tat es dem Havoc gleich. Ohne sich umzuwenden sprach der Hexer, der auf dem Stein saß Pneunomios schon an, bevor er überhaupt auf sich aufmerksam machen konnte:

"Ich sehe du bringst uns den letzten noch Fehlenden Stein." sagte eine kraftvolle Stimme, die Susano an die Stimme seines Lehrmeisters erinnerte. Kaum hatte sie ausgesprochen mischte sich eine zweite, wispernde Stimme in die Stille. Obwohl leise, dennoch laut über die Schreie der Verstümmelten, der Wahnsinnigen und das Gebrabbel der Betenden hinweg vernehmbar. Der Blutgott lacht! Wir sind vollständig! Die Welt ist reif zur Ernte! "Und dennoch fühlen wir, das er die Wahrheit noch nicht erfasst hat. Naiv! Unwissend! Blind! Aber wir werden seine Augen öffnen. Zorn ergießt sich! Blut schäumt! Schädel für SEINEN Thron!"
Susano war, trotz der Unfähigkeit eines Marines Angst zu empfinden, mulmig zumute als er sich dem Blaugerüsteten näherte. Es lag ein schwerer Geruch nach Schwefel und Menschenfleisch in der Luft und erstickte ihn fast. Pneunomius verzog sein Gesicht vor Ekel, als habe er soeben in ein fauliges Stück Fleisch gebissen. "Er ist hier um zu verhandeln, Eotgulf." sagte er.
Und Eotgulf lachte "Verhandeln?" fragte er und die zweite Stimme setzte sofort ein "Narr! Unwissender! So viel Kraft, doch keine Erkenntnis!"
"Machst du dich über mich lustig?" fragte Susano, der angesichts der Worte, die er vernahm, wenig Lust verspührte dem Hexer klein bei zu geben oder sein Spiel zu spielen. Er fühlte den Zorn wieder aufwallen und bemerkte, das die Nord-Rune ein seltsames Leuchten entwickelte.
"Nein, wir sehen in dein Herz und wissen, das du nicht verhandeln willst. Du willst töten! Waten in Blut! Leben im Zorn!" der Blaugerüstete wandte sich um-

Und Susanos Herzen setzten für einen Moment aus.

Eotgulf war ebenso Abscheulich wie Gula oder wie Pneunomios. Doch auf eine andere Weise. Wo Gula aufgedunsen und fett war und Pneunomios von Krankheit und Siechtum gezeichnet, war Eotgulf einfach nur mutiert. Sein Kopf war gespalten, als drängen in seinem Gesicht zwei verschiedene Gesichter nach außen, als seien zwei Menschen in der Gestalt eines einzelnen gefangen und strebten auseinander, ihre Gefangenschaft zu beenden. Doch beide Gesichter waren vollständig und blickten scheinbar in andere Richtungen. Doch dann schienen sie ihn beide aus dem Augenwinkel zu beobachten, als Eotgulf ihn in seinen Blick fasste. "Wir sind Eotgulf." sagte das rechte Gesicht und das linke sprach kurz darauf "Zweigesicht! Wandelbarer! Zwei Diener und doch nur ein Einzelner!" Susano drehte sich der Magen erneut um, so abstoßend war dieses Ding "Wir haben dein kommen gesehen." fuhr das rechte Gesicht mit der würdevollen Stimme eines Dozenten fort, nur damit im Nachhall das Gewisper der wahnsinnigen, linken Stimme einsetzen konnte "Diener des Zorns! Wütender Schlächter! Verräter an Bruder und Herr im Blute!"
Susano trat unwillkürlich einen Schritt zurück. Doch dann siegte seine Wut über seine Vorsicht "Was ist das für ein Spiel? Du wagst es mich Verräter zu nennen?!" Bevor Pneunomios reagieren konnte zog Susano seine karmesinrote Klinge aus der Rückenscheide und überwand die Distanz zu Eotgulf. Mit wütendem Aufschrei fuhr die Klinge herab, doch der Hexer machte sich keine Mühe auszuweichen oder sich zu wehren. Statt dessen war es, als habe Susano auf einen Stein geschlagen. Seine Klinge glitt ab und grub sich neben dem Hexer in die Bodenplatte, die Nord-Rune brannte jetzt in kupferner Farbe, anstatt ihn entlang der Trennlinie zwischen seinen beiden Gesichtern zu spalten. Er hatte ihn nichteinmal berührt. Doch Susano ließ sich nicht beirren, zog die Klinge und versuchte Eotgulf zu enthaupten. Wieder scharrte die Klinge über ein Unschtbares Feld und zog am Kopf des Hexers vorbei. Susano kam aber nicht ins Taumeln, er nutzte seinen Schwung und trieb die Klinge in einer Abwärtsbewegung auf Eotgulfs Brust zu. Zitternd fuhr sie bis auf eine Hand breit an seine Brust heran, doch dann war es, als packe die Faust eines Giganten die Schwertspitze und hielte sie fest. Eotgulfs vier Augen glitten zu der Klinge in Brusthöhe und richteten sich dann wieder auf Susano.

"Du kannst uns nicht töten." sagte sein rechtes Gesicht "Du bist nicht ausersehen unser Blut zu vergießen!" wisperte das linke Gesicht. "Deine Bestimmung ist eine andere. Eine Edlere. Du kennst die Worte, Susano. Du kennst die Wahrheit! Du hast die Wut genommen, SEINE Wut!"
Susano grunzte vor Anstrengung und warf sein ganzes Gewicht gegen seine Klinge, doch sie bewegte sich nicht. Immer noch war sie etwa eine handbreit unbeweglich über Eotgulfs Brust. Eotgulf lächelte mit seinen beiden Gesichtern, ein Anblick der Susano noch in seinen Alpträumen verfolgen würde- Würde er überhaupt noch Schlaf benötigen. "Deine Kraft ist stark, wir können nun beginnen.Der Tanz der Götter ist eröffnet! Das große Spiel wird gespielt! Das Lachen der Vier ist so laut, das es mich taub macht!"

[Wenn Ihr euch geneigt fühlt mir für mein Geschreibsel Feedback zu geben, sendet es mir bitte per PN. Egal ob ihr mich nur wüst beschimpfen wollt oder ihr das tatsächlich gut findet. Eine Rechtschreibkorrektur ist aber noch später vorgesehen, keine Angst. Ihr müsst mich nicht auf jeden Fehler hinweisen.]
We fear not our mortality!
We serve to the best of our ability!
We give our life to our master!
We vow to smite our enemy!

Micarba